forma:bene übertrumpfte Leonardo da Vinci Tüftler verzweifelten seit Jahrhunderten: Wie kann ein Musiker Notenblätter selbst wenden?
 | | „Kreativ
waren wir schon immer. Jetzt sind wir auch produktiv!“ Roger Bröchler und
Raffaele Di Raimondo mit Ihrer LED-Leuchte vedi:bene | Der
Pianist ist voll konzentriert, seine Finger fliegen über die Tasten. Das
Publikum fiebert dem Höhepunkt des Konzertes entgegen. Jetzt muss jeder Ton
passen. Plötzlich fällt das Notenblatt zu Boden. Eine falsche Handbewegung
beim Umblättern – und schon ist die Blamage groß.
Roger Bröchler und
sein Partner Raffaele Di Raimondo, Gründer des Düsseldorfer Unternehmens
forma:bene, möchten Musikern das ersparen. Sie entwarfen einen unauffälligen,
aber effektiven elektrischen Helfer: »volta:bene« Den blätternden Notenständer.
Seit
Jahrhunderten suchen Tüftler nach einer Möglichkeit, Notenblätter mechanisch
zu wenden. „Bei unseren Recherchen stellten wir erstaunt fest, dass sich
sogar der geniale Leonardo Da Vinci mit dem Problem beschäftigt haben soll.
Wir fanden auch Patente bis in das Jahr 1870. Doch wirklich funktioniert
hatte keine dieser Konstruktionen.“ Bis Roger Bröchler und Raffaele Di Raimondo
den »Pageturner« entwickelten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser
nur wenig von herkömmlichen Notenständern. Einzig das Kabel an der Seite
fällt auf.
„Wir setzen nicht auf aufwändige Technik. Musiker sollen
»volta:bene« vielmehr schnell und einfach benutzen“, erklärt Roger Bröchler.
Und so funktioniert das Ganze: An den Seiten der Notenblätter werden spezielle
, wieder entfernbare Klebestreifen angebracht. Ein dünner Metallarm, der
durch einen Tritt auf ein Fußpedal aktiviert wird, greift die Seite. „Wir
mussten vermeiden, dass die Papierseiten an den Stahlteilen des Notenständers
entlang gezogen werden. Denn das gibt störende Geräusche. Deshalb bewegt
sich der Arm nicht kreis-, sondern elipsenförmig.“ „Sogar von Hand umblättern
ist lauter“, freut sich Roger Bröchler.
Der studierte Designer war
von Anfang an überzeugt von der Erfindung, obwohl er selbst gar kein Instrument
beherrscht. „Aber mein Geschäftspartner spielt Laute und schenkte mir einen
Crash-Kurs in Musikgeschichte.“ Der Erfolg gibt beiden recht: In einem Dreivierteljahr
verkauften sie mehr als1000 Stück, statteten sogar ein komplettes Orchester
aus. Und gerade erst haben Sie einen Exclusivvertrag nach Asien vergeben.
Die erste Asien-Edition ist gerade in Kobe/Japan angekommen und beim 1.000-Cellisten-Konzert
eingesetzt worden. Auch arbeitet Roger Bröchler an einer Kooperation mit
einem führenden internationalen Notenverlag, sowie an einer vollständigen
Integration des blättermechanismus in einem Flügel eines deutschen Flügelherstellers.
„Am Anfang mussten wir allerdings Banken überzeugen, was gar nicht
so einfach war. Auch viele Musiker waren erst alles andere als begeistert“,
sagt der Unternehmer. Selbst heute noch, drei Jahre nach dem Start des Unternehmens,
hält mancher Orchesterchef die volta:bene
für überflüssiges Spielzeug. „Dabei kann sich der Künstler ganz auf sein
Spiel konzentrieren und braucht keinen Helfer und keine fotokopierte Loseblattsammlungen
mehr. Trotzdem müssen wir immer noch Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Bröchler. |
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